Jennifer Kahles arbeitet als Verwaltungsfachangestellte im Bereich Datenschutz und Informationssicherheit in Ansbach. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass es auch mit einer Sehbehinderung möglich ist, diese Tätigkeit voll auszuüben. Wir haben Frau Kahles dabei tatkräftig unterstützt.
Frau Kahles ist Verwaltungsfachangestellte im Landratsamt Ansbach, im Sachgebiet für Datenschutz und Informationssicherheit der kreisangehörigen Gemeinden. Sie organisiert Termine, plant Reisen und koordiniert Awareness-Schulungen und bereitet Daten auf - alles ohne dafür ihren Bildschirm zu nutzen, denn Frau Kahles ist blind.
Ihr Weg in den Beruf war nicht einfach. Nach einer Ausbildung zur Telefonistin im Berufsförderungswerk Würzburg fand sie lange keine Stelle und stieß auf viele Barrieren. Es zeigte sich, dass Bewerbungsverfahren online oder vor Ort nicht barrierefrei sind. Auf Anraten ihres Lebenspartners wandte sich Frau Kahles an den Integrationsfachdienst Mittelfranken. Dort erhielt sie wertvolle Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Arbeitsstellen und im Bewerbungsprozess. Unsere Integrationsberaterin Frau Fischer half ihr, ihre Stärken zu erkennen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Während der Corona-Pandemie fand sie schließlich eine erste Anstellung als Call-Center-Mitarbeiterin beim Gesundheitsamt Ansbach. Der Arbeitsplatz wurde mit unserer Unterstützung mit einer Braillezeile ausgestattet, so dass sie ihre Aufgaben am Computer erfolgreich erledigen konnte. Als diese befristete Stelle wegfiel, hatte Frau Kahles mit Ihrer Leistung und Verlässlichkeit ihre Abteilungsleiterin und ihre Kollegen im Gesundheitsamt bereits so sehr überzeugt und beeindruckt, dass sie eine neue, unbefristete Stelle im Landratsamt Ansbach als Verwaltungsfachkraft erhielt.
Frau Kahles und ihre Vorgesetzte betonen, dass Inklusion ein kontinuierlicher Prozess ist. Das Team lernt ständig dazu, sei es im Umgang miteinander oder durch neue technische Hilfsmittel. Die Unterstützung durch Frau Fischer vom Integrationsfachdienst bleibt bestehen, so dass bei Fragen zur Inklusion immer darauf zurückgegriffen werden kann.
Für andere Menschen in ihrer Situation hat Frau Kahles eine ganz wichtige Botschaft: "Immer offen bleiben, sich nicht entmutigen lassen, sich nicht einreden lassen, dass manches nicht geht und wenn nötig, gute Kompromisse finden".